Vortrag in der Lounge
Johann Sebastian Bach - musikalischer Kosmopolit aus der barocken Provinz
Prof. Dr. Christoph Wolff
Aus heutiger Perspektive ist Johann Sebastian Bach eine zentrale Gestalt
in der Geschichte europäischer Musikkultur. Im 18. Jahrhundert war
die Situation eine andere. Dennoch: Es läßt sich nicht nur zeigen,
welch
wesentliche Rolle die thüringisch-sächsische Provinzlage auf die
musikalische
Entwicklung ausübt, sondern auch welch ungewöhnlichen
intellektuellen Spielraum sich Bach trotz seines klar begrenzten mitteldeutschen
Horizontes verschafft. Auch die nach 1800 zunehmend
globale Wirkungsgeschichte Bachs erweist, wie wenig Bachs Kunst unter
der Prämisse eines provinziellen Barock verstanden wird. Die Wechselwirkung
von Herkunft und Ausstrahlung ist bei Bach ein besonders
bemerkenswertes Phänomen.
Christoph Wolff ist Professor der Musikwissenschaften an der Harvard
University in Cambridge (Massachusetts), Direktor des Bach-Archivs
Leipzig und Honorarprofessor der Universität Freiburg (Breisgau). Bach-Archiv
Leipzig
B(ON)N ICE
DIE EISBAHN 05/063. November bis 15. Januar 2006
Öffnungszeiten:
Mo., 10 bis 19 Uhr
Di. bis So., 10 bis 21 Uhr
24. und 31.12.: 10 bis 15 Uhr
25. und 26.12.: 12 bis 19 Uhr
1. 1.2006:
13 bis 21 Uhr unterstützt
durch die
Konzert im Forum CROSSKLANG
Stephan Froleyks und Mike Svoboda
Werke von Giacinto Scelsi und Morton Feldman, eigene Kompositionen und Improvisationen.
Als Interpret, Komponist, Erfinder neuartiger Instrumente und Improvisationsmusiker
(Schlagzeug, Tuba) arbeitet Stephan Froleyks solistisch und mit Ensembles international
im weiten Feld der neuen Musik. 1962 in Kleve geboren, studierte er an den Musikhochschulen
in Hannover und Essen und erhielt mehrfach Stipendien und Kunstpreise. Er ist
Professor an der Musikhochschule in Münster. Seine Kompositionen, Installationen,
Hörstücke, multimedialen Arbeiten und Theatermusiken entstanden u.
a. als Auftragswerke für den WDR und das Deutschlandradio und wurden auf
vielen Festivals aufgeführt. Die Presse bescheinigt ihm „ein lockeres
Handgelenk, Spiellust und intelligente Formgebung.“
Mike Svoboda musiziert mit eigenen Kammermusikensembles, in verschiedenen Jazzformationen
sowie als Solist mit namhaften Orchestern. Er erweiterte sein Repertoire in direktem
Austausch mit namhaften Komponisten wie Frank Zappa, Peter Eötvös oder
Wolfgang Rihm. 1960 auf der Pazifikinsel Guam geboren, wuchs er in Chicago auf.
Nach dem Kompositions- und Dirigierstudium kam er 1981 mit Hilfe eines Kompositionspreises
nach Deutschland und arbeitete von 1984 bis 1995 mit Karlheinz Stockhausen zusammen.
Zahlreiche Posaunenkonzerte wurden von ihm aufgeführt und eingespielt, etwa
mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Ensemble Modern, dem Schönberg
Ensemble oder dem Klangforum Wien. Er brachte mehr als 300 Werke zur Uraufführung.
Donnerstag
3. November bis Sonntag, 15. Januar 2006
| jeweils ab 10 Uhr
unterstützt durch die
Bonn Ice – Die Eisbahn auf dem Bonner
Museumsplatz
Auch in diesem Jahr verwandelt sich der Museumsplatz wieder in ein Schlittschuhparadies
der besonderen Art. Eingetaucht in ein zauberhaftes Lichtermeer wartet die
ca. 1000 m² große Open-Air-Eisbahn Europas mit winterlichen Attraktionen
auf. Schlittschuhlaufen nach Herzenslust können
die Besucher der Museumsmeile sowie alle Interessierten. Kinderprogramm, Eislaufunterricht
sowie vorweihnachtliche Events mit vielen Überraschungen stehen auf dem
Programm. Für Erfrischungen und heiße Getränke sorgt eine Eisbar
mit einer Gesamtfläche von 20 Metern, die auch von der Eisfläche
her anzusteuern ist.
Öffnungszeiten:
Montag: 10 bis 19 Uhr
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 21 Uhr
24. Dezember und 31. Dezember 2005: 10 bis 15 Uhr
25. Dezember und 26. Dezember 2005: 12 bis 19 Uhr
1. Januar 2006: 13 bis 21 Uhr
Leihgebühr für Schlittschuhe (unter Vorlage eines Personalausweises):
4 € /
ermäßigt
2,50
€ für 2 Stunden | Eintritt frei.
Ermäßigte Leihgebühr bei Vorlage eines tagesaktuellen Ausstellungstickets
der Bundeskunsthalle, für Kinder bis 12 Jahre und für ArtCard-Inhaber.
Tanztheater im Forum
alla tedesca
tanz.film.theater
Sebastian Weber kombiniert in seiner aktuellen Produktion Steptanz, zeitgenössischen
Tanz, Videofilm und Musik zu einer künstlerischen Begegnung mit dem eigenen
Heimatland. Episoden aus verschiedenen Orten und Situationen verdichten sich
zu einem eigenwilligen und humorvollen Deutschlandportrait - tiefenscharf, humorvoll, überraschend.
Weber inszeniert einen Reigen sensibler Tanz- und Klangbilder, die zwar Gartenzwergen
und Beamtenhumor nicht aus dem Weg gehen, aber in pointierter Tanzsprache viel
tiefer blicken. Es werden Volkstänze erfunden und Bewegungen nach DIN-Norm
choreographiert, deutsche Gemütslandschaften durchtanzt, deutsche Klänge
abgehört. Tänzer und Musiker aus der ganzen Republik erscheinen in
den Video- und Audioeinspielungen der Produktion.
Sebastian Weber genießt einen internationalen Ruf als innovativer Choreograph
und musikalisch virtuoser Stepptanz-Solist. Solide verwurzelt in der Tradition
des Jazz Tap, die er aus erster Hand von Legenden wie Chuck Green und Buster
Brown kennen lernte, führten ihn seine unkonventionellen Tanzideen und musikalische
Abenteuerlust in die Gefilde zeitgenössischer Bühnenkunst, wo er in
Zusammenarbeit mit ethnischen und zeitgenössischen Tänzern, Choreographen,
Komponisten, Performancekünstlern und Filmemachern die Möglichkeiten
des klingenden Tanzes auslotet.
Das Willem Breuker Kollektief gehört zu den international bedeutendsten
und bemerkenswertesten Jazz-Formationen. Seine Art des Musizierens und die vielfältigen
Arrangements dürften wohl einmalig in der Welt sein, auch nach 30 Jahren
Musikpraxis. Erfolgreiche Konzertreisen rund um die Erde, führten diese
neue Musikform in weite Publikumskreise ein. Unter den zahlreichen modernen Jazzgruppen
nimmt das Willem Breuker Kollektief wegen seines eigenwilligen Stils noch immer
eine besondere Stellung ein. Die Faszination, die von ihm ausgeht, liegt im Gesamtkonzept
der Band begründet: Es ist die Mischung aller musikalischen Stile und Formen,
oder anders gesagt die Verbindung von Kunstmusik mit Formen der populären
Musik. Das geschieht nicht ohne Ironie, die von den Musikern noch durch theatralische
Aktionen unterstrichen wird. So kommt eine mit viel Humor und Klamauk perfekt
vorgetragene „Musikclownerie“ heraus, die in der internationalen
Jazzszene ihresgleichen sucht.
MONTAGS Jazz & Fusion
im Restaurant
Orange Fusion - Waldemar Leczkowski
Das Sextett des polnischen Saxofonisten Waldemar Leczkowski präsentiert
sein neues Programm aus Eigenkompositionen. Waldemar Leczkowski begeistert sein
Publikum sowohl durch betörend lyrische Klänge als auch durch sein
virtuos-funkiges Spiel, und die Band lässt es dann auch einmal richtig krachen.
Ein Highlight für jeden Liebhaber des modernen Jazz.
Der Eintritt ist frei.
Vortrag in der Lounge
Die Kunst des Ausstellens.
Aktuelle Betrachtungen zu den Gemäldegalerien des 18. Jahrhunderts
Tristan Weddigen
Das Wahrnehmen und Verstehen von Kunstwerken hängt wesentlich von
der Art und Weise ihrer Präsentation ab. Die Geschichte europäischer
Sammlungen zeigt, dass sich die Vorstellung, wie Kunst zu präsentieren
und vermitteln sei, stark gewandelt hat. Die Veränderung des Ausstellens
entspricht einer Entwicklungsgeschichte des Sehens. Um den Blick für
heutige Präsentationsweisen zu schärfen und um das Interesse für
historische
Hängungen zu wecken, werden moderne Ausstellungskonzepte
und retrospektiv historische Hängungen in Deutschland vorgestellt, insbesondere
der Dresdner Gemäldegalerie im 18. und 19. Jahrhundert.
Tristan Weddigen ist Kunsthistoriker und arbeitet als Assistent am
Institut für Kunstgeschichte der Universität Bern.
In der Reihe ABENDS
Konzert im Forum KlangWelten 2005- Kulturen im Dialog
Das Konzertprogramm spannt einen weiten Bogen der Klänge: Die musikalische
Expedition durch vier Kontinente und fünf Kulturen führt von den archaischen
Urklängen der Inuit (Eskimo) -Frauengesänge über asiatischen Steppensound
und afrikanische Grooves bis hin zur funkelnden Klangwelt des Harfenmeisters
Rüdiger Oppermann. Afrikanische Vallha-Zither, Keltische Harfe,
Kasachische Domdra-Laute, Kehlkopfgesang und indische Tablas sind
durch die Besten ihres Fachs vertreten... eine bewährte Mischung bekannter
Gesichter und neuer Entdeckungen.
Besonders interessant dürfte die Mischung dreier Kehlkopf-Stimmkulturen
werden. Sowohl die arktischen Inuit-Frauen (Katajak-Gesang), als auch
die Steppensängerin (kharchira-Gesang) und die Madegassen (Dimodse-Gesang)
haben eine Tradition der schamanischen Kehlkopfgesänge, die sie präsentieren.
Es werden neue musikalische Dialoge entstehen, deren Ergebnis wir noch nicht
kennen.
Die Mitwirkenden:
KATAJAQ (Arktis) Archaischer Kehlkopfgesang der Inuit-Frauen
ULJAN (Kasachstan) Klänge der Steppen-Frauen mit epischem Gesang, Dombra (Laute) und
Schamanengesang (Kharchira)
RANOA PANKA TRIO (Madagascar) Pulsierende Rhythmen, schwebende Klangteppiche und magische Gesänge aus
dem Land, wo der Pfeffer wächst.
RÜDIGER OPPERMANN (Europa) Global Celtic Harp Sounds
JATINDER THAKUR (Indien) Der Meister der Tablas (Indische Trommeln)
Freitag, 11.
November | 20 Uhr
| Weitere Aufführungen: 12. November, 20 Uhr
und 13. November, 11 Uhr
In der Reihe ABENDS
Tanz-Trifft-Theater Küßt mich, Kurfürst! Bittersüße Komödie für Tänzer und Schauspieler
Mit „Küßt mich, Kurfürst!“ bringt die Truppe TRIPPLE-T
- „Tanz-Trifft-Theater“ um den Regisseur Georg Divossen ihre zweite
Produktion auf die Bühne. Diesmal handelt es sich um ein wahres Stück
aus der Bonn-Kölner Geschichte, welches unterhaltsam zu einer bittersüßen
Komödie aufbereitet wurde.
In den Wirren der Religionskriege im Rheinland des 16. Jahrhunderts dreht sich
am Hofe des Kurfürsten Gebhard Truchseß von Waldburg alles um Macht
und Liebe. Kann der Diener Jeronimo das Herz seiner Herrin, der Gräfin Agnes
von Mansfeld, gewinnen, sie dem Intrigenspiel entreißen und sie damit vor
einer Ehe mit dem Kurfürsten bewahren?
Buch und Regie - Georg Divossen
Kostüme - Inge Sachsenmaier
Assistenz - Anne Blatzheim
Choreographie - Claudio Gustavo Romero und Evgeny Mamrenko
Fecht-Choreographie - Dominik Klingberg
Akteure:
Agnes von Mansfeld - Alexandra Leffers-Knoll
Jeronimo Scotto - Stanislav-Laf Bork
Kurfürst Gebhard von Truchseß - Wilfried Esch
Karl Truchseß - Walter Heep
Graf von Mansfeld - Gregor Jansen
Konkubine - Sandra Linn
1. Soldat - Jens Hartwig
2. Soldat - Simon Kühn
Dämon - Sebastian Krackl
Vortrag in der Lounge
Das Weltkulturerbe Gartenreich Dessau Wörlitz
Ideengut - Gestaltungsweisen - Restaurierung
Dr. Ludwig Trauzettel
Das heute als Welterbe gewürdigte Dessau-Wörlitzer Gartenreich entstand
als großräumige Landesverschönerung zwischen 1760 und 1817 und
verwandelte das kleine Land Anhalt-Dessau in eine große Gartenlandschaft.
Die Veränderungen, die den Ideen der Aufklärung und des Humanismus
verpflichtet waren, wurden von dem jungen Fürsten Leopold
Friedrich Franz von Anhalt-Dessau und dessen Freund und Berater
Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff initiiert. Neben den gärtnerischen
Umgestaltungen strebten sie auch ökonomische und gesellschaftliche
Veränderungen an. Erstmalig wurde dabei der aus England stammende
frühe Landschaftsgarten auf dem europäischen Kontinent verwirklicht.
Ludwig Trauzettel ist Landschaftsarchitekt und leitet seit 1981 die
Gartendenkmalpflege für die Gärten der Stiftung DessauWörlitz.
MONTAGS Jazz & Funk im Restaurant
Diners Club-BAND
Adi Becker, der an der Kölner Musikhochschule bei Jiggs Wigham sein musikalisches
Handwerk erlernte und schon mit Musikern wie Buddy DeFranco, Dave Liebman und
Michael Brecker spielte, wird mit seiner sechsköpfigen Band, speziellen
Gästen und stetig wechselndem Programm den Abend gestalten.
Ganz in der Tradition solcher Musiker wie dem schwedischen Posaunisten Nils Landgren
wird Adi Becker mit der Diners Club-Band die Elemente Jazz und Funk in seiner
Musik verschmelzen. Hierbei werden sowohl Jazzfans, als auch Freunde grooviger
Tanzmusik auf ihre Kosten kommen
Der Eintritt ist frei.
Kunst aus Bonner Schulen
Eine
Ausstellung im Rahmen des
XXI. Festival Bonner Schulkultur Eröffnung der Ausstellung mit Preisverleihung
im Forum
Vom 27. November 2005 bis zum 8. Januar 2006 zeigt die Ausstellung Kunst
aus Bonner Schulen im Rahmen des XXI. Festivals Bonner Schulkultur die
kreative und thematische Vielfalt des bildnerischen Schaffens von Schülern
aller Schul- und Altersstufen.
Die Ausstellung ist ein offener Wettbewerb, der den Schülerinnen und Schülern
die Möglichkeit geben möchte, ihre Werke außerhalb der Schule
- an einem für sie außergewöhnlichen und zugleich renommierten
Ausstellungsort - zeigen zu können.
Erstmals über einen Zeitraum von sechs Wochen werden die Schülerarbeiten
in der Atriumhalle im Erdgeschoss präsentiert.
Zur Preisverleihung um 11 Uhr im Forum sind alle Besucher herzlich eingeladen.
Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 19 Uhr
und zusätzlich vor den Abendveranstaltungen des Schultheaterfestivals.
Vortrag in der Lounge
Die Weimarer Bibliothek und ihre Öffentlichkeit.
Ein Streifzug durch die Geschichte der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Dr. Michael Knoche
Als Gründungsakt der Weimarer Bibliothek gilt die Anweisung des
Herzogs Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar aus dem Jahr 1691, die
fürstliche Büchersammlung neu zu ordnen und zu verzeichnen. Von
1797 bis 1832 stand sie unter Goethes Oberleitung, der ihr eine moderne
Bibliotheksordnung gab und für den systematischen Ausbau der Bestände
sorgte. Damals zählte sie mit 80 000 Bänden zu den bedeutendsten
Sammlungen in Deutschland. Heute versteht sich die Herzogin Anna
Amalia Bibliothek als Forschungsbibliothek, die trotz des verheerenden
Bibliotheksbrandes im September 2004 ihre Aufgabe mit einem Bestand
von mehr als 900.000 Bänden weiterhin erfüllt.
Michael Knoche ist Direktor der Herzogin Amalia Bibliothek und
Herausgeber verschiedener Fachzeitschriften (u.a. Beiträge zum Buchund
Bibliothekswesen).