|
Fachgebiet Pädagogik Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik
Deutschland zeigt jährlich fünf bis acht große Ausstellungen
aus den Bereichen Archäologie, Kunst und Kulturgeschichte. Die hohe
Zahl der Ausstellungen und ihre unterschiedlichen Themen erfordern auf
die jeweilige Ausstellung zugeschnittene Vermittlungsformen. Die anspruchsvolle
Vermittlung der Inhalte wird über ein abwechslungsreiches Programm
an Workshops, Lehrerfortbildungen, Seminaren, Vorträgen und Lesungen,
aber auch durch Führungen, Audioführungen, Kinderführungen
und schriftliches Begleitmaterial umfassend gewährleistet. Unter
dem Motto „Sehen und Wissen“ geht es nicht nur um die anschauliche
und zielgruppenorientierte Wissensvermittlung, sondern auch um eine erfahrungsorientierte
Begegnung mit Kunst und Kultur. Mit unseren Programmen bieten wir den
Besuchern Möglichkeiten der Vertiefung von Ausstellungsinhalten.
Dies wird beispielsweise durch die Einbeziehung von Musik und Literatur
der jeweiligen Epoche und Kultur realisiert. Die Vermittlungsprogramme
tragen damit der Tatsache Rechnung, dass das Medium Ausstellung nur begrenzt
über die Lebenswelten, die Religions- und Geistesgeschichte einer
Epoche und Kultur berichten kann. Personale Vermittlung wird dabei ganz
groß geschrieben, denn diese gibt Raum für Gespräche,
Diskussionen und Begegnungen. Das Fachgebiet Pädagogik unterstützt
mit seiner Arbeit das Ziel der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik
Deutschland, Begegnungen mit anderen Kulturen zu fördern und so nicht
nur das Andere und das Fremde besser kennen zu lernen, sondern das Eigene
und sich selbst besser zu verstehen. Abgesehen davon entsteht durch ein
anspruchsvolles Begleitprogramm und vielseitige Angebote für unterschiedliche
Zielgruppen eine intensive und lange währende Bindung der Besucher
an das Haus. Der Besucher der Kunst- und Ausstellungshalle ist bereits
für viele Besucher eine vertraute Möglichkeit der privaten Weiterbildung
und Freizeitgestaltung geworden. Wir bieten deswegen neben expliziten
Bildungsangeboten auch unterhaltende Formate an, beispielsweise im Rahmen
der Museumsnächte oder Konzerte. Denn selbstverständlich wollen
wir, dass sich unsere Besucher wohl fühlen und Freude am Aufenthalt
in der Kunst- und Ausstellungshalle haben.
Führungen Seit 1992 wurden über 30.000 zielgruppengerechte Gruppenführungen durchgeführt, davon in Spitzenzeiten bis zu 60 Führungen täglich. Die Besuchergruppen werden weitgehend mit Hörverstärkern ausgestattet. Mit mindestens einer, sonntäglich zwei öffentlichen und kostenfreien Turnusführungen wird auch Einzelbesuchern die Teilnahme ermöglicht. Ergänzt wird das Programm durch Sonderführungen zu Schwerpunktthemen, die z.B. durch Musik oder Literatur unterstützt werden können. Während der Ausstellung „Dschingis Khan und seine Erben“ führten beispielsweise Experten der Mongolistik zu ihren jeweiligen Spezialgebieten durch die Ausstellung, und eine Restauratorin erzählte spannende Hintergründe zu „ihren“ eigens für die Ausstellung restaurierten mongolischen Waffen und Kleidungsstücken. Workshops Für fast jede Ausstellung wird ein spezielles Workshopprogramm entwickelt. Die Workshops werden für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten. Die Zeitdauer der Workshops variiert zwischen zwei Stunden und mehreren Tagen. Zu jedem Workshop gehört ein Besuch der Ausstellung, der einen Schwerpunkt auf die jeweiligen Inhalt des Workshops setzt. Die Workshops bieten eine kreative Möglichkeit zum eigenständigen Verständnis der in den Ausstellungen gesehenen Kunstwerke und Objekte. Künstler und Kunstvermittler aber auch Experten wie Experimentalarchäologen und Kunsthandwerker führen die Workshops durch. Im Rahmen der Ausstellung „10 000 Jahre Kunst- und Kultur aus Jordanien“ führte beispielsweise ein Stuckateur in seine Technik ein. Bezugspunkt war eine antike Stuckdecke, eines der Highlights in der Ausstellung. Für die Ausstellung „Dschingis Khan und seine Erben“ baute ein Experimentalarchäologe mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Bogen, die auf einer eigens aufgebauten Bogenbahn ausprobiert werden konnten. Materialien
zur Ausstellung (Kinderführer, Lehrermaterialien)
Zur inhaltlichen Orientierung in der Ausstellung und zur Vertiefung werden je nach Ausstellung verschiedene Medien angeboten: Kurzführer, erläuternde Ausstellungspläne, Text-Bild-Karten, Arbeitsblätter, Kinderführer oder auch Lehrermaterialien (z.B. als pdf Datei zum Download). Studiolo und Cicerone
Ein Studiolo bedeutet hier ein unmittelbar an die Ausstellung integrierter Informationsraum für Besucher, der entsprechend der jeweiligen Ausstellung unterschiedlich ausgestaltet wird. In jedem Fall gehört dazu eine Freihand-Bibliothek und Sitzgruppe. Dazu werden je nach Ausstellungsprojekt Kunstwerke und Objekte unter bestimmten didaktischen Gesichtspunkten präsentiert, Videofilmen und Dokumentationen gezeigt, CD-ROM- und Internet-Stationen angeboten oder ein "Cicerone" steht als persönlicher Ansprechpartner für Fragen der Besucher zur Verfügung. Im Studiolo finden auch Vorführungen statt, wie etwa die Demonstration von traditioneller Thangka-Malerei durch Mönche in der "Tibet"-Ausstellung. Eine Besonderheit war die Einrichtung eines Schülerlabor für die "Genwelten" Ausstellung. In der Ausstellung „Dschingis Khan und seine Erben“ wurde neben einem Studiolo das sich der mongolischen Musik widmete (Instrumente, Musikhörstationen) auch die Jurten auf dem Dachgarten genutzt. Jeden Sonntag erklären Mongolen dort den Besuchern die traditionellen Regeln ihrer Gastfreundschaft, die Besonderheiten ihrer mongolischen Kleidung und erläutern ihre Bräuche und Spiele. Audioführungen
Für fast jede Ausstellung wird eine Audioführung in deutscher und englischer Sprache angeboten. Die Audioführungen umfassen in der Regel Texte z.T. mit eingespielter Musik im Umfang von 90 min für ca. 40 Objekte. Am Beginn steht eine Begrüßung und Einführung durch den künstlerischen Intendanten des Hauses. Für bestimmte Ausstellungen werden abweichend vom Grundschema Spezialführungen angeboten, dazu gehört das Angebot "Musik zum Sehen". Dies unterscheidet sich von herkömmlichen Audio-Führungen durch einen pointiert eingesetzten Textanteil und einen hohen Anteil an Musik zur emotional verstärkten und kontemplativ vertieften Betrachtung ausgewählter Exponate. Veranstaltungen
Das Fachgebiet Pädagogik bietet zu fast jeder Ausstellung Vorträge, Lesungen und Konzerte an, die auf den Ausstellungsbesuch vorbereiten oder bestimmte Aspekte vertiefen und ergänzen. In der Vatikan-Ausstellung wurden beispielsweise "Literarische Audienzen mit musikalischem Intermezzo" aufgeführt oder zur Ausstellung „Krone und Schleier. Kunst aus mittelalterlichen Frauenklöstern“ ein Vortrag zur Buchmalerei mit einem Konzert kombiniert. Zum Rahmenprogramm der Ausstellungen können aber auch spezielle Theater- und Musikaufführungen und Diskussionsveranstaltungen gehören. Beispielsweise wurde mit Künstlern, deren Werke in der Ausstellung „Kunst in der DDR“ ausgestellt waren, mit Eduard Beaucamp über die Bewertung der Kunst in der DDR unter Einbeziehung des Publikums diskutiert. Exklusiv für Artcardbesitzer werden Einführungsvorträge in die Ausstellungen angeboten, für die sich bis zu 800 Teilnehmer anmelden. Seminare
Tagesseminare im Bereich der Erwachsenenbildung bieten wir vor allem mit festen Kooperationspartnern, den evangelischen und katholischen Akademien im Rheinland, der Bonner Volkshochschule, aber auch anderer Weiterbildungsinstitutionen und Universitätsinstituten, an. Die Seminare mit Vorträgen und Diskussionen sind jeweils mit einer Führung durch die Ausstellung verbunden. Die Vorträge verbinden die archäologischen, kunst- und kulturhistorischen Inhalte der Ausstellung mit theologischen sowie philosophischen Fragestellungen. Ausstellung "Kunst
aus Bonner Schulen"
Alle zwei Jahre wird die Ausstellung "Kunst aus Bonner Schulen" mit einer Auswahl aus ca. 800 Arbeiten aus Schulen von Bonn und Umgebung in der Bundeskunsthalle präsentiert. Die Ausstellung ist fester Bestandteil des jährlich stattfindenden Festivals Bonner Schulkultur der Stadt Bonn, welches seit 10 Jahren in der Bundeskunsthalle stattfindet. Die Schüler erfahren mit dieser Ausstellung die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik auch als ein Haus, welches für ihre Arbeiten offen steht, da diese gleichwertig neben den hochkarätigen Ausstellungen präsentiert werden. Diese besondere Zusammenarbeit von Schule und Bundeskunsthalle ermöglicht zudem die Schulkultur Bonns einem breiten Publikum zu vermitteln. Events
Zu bestimmten Anlässen wie der Langen Museumsnacht oder dem Museumsmeilenfest gestaltet das Fachgebiet Pädagogik auf die Ausstellungen bezogene Aktionen mit "event and fun" Charakter. Die Aktionen reichen von Hieroglyphenstempeln bis Bogenschießen, von unterhaltsamen Sonderführungen bis zu einem Ausstellungsquiz. |
|||||||||||||||||||||||||||