Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem
Ministerium für Kultur der Republik Bulgarien.
Mit etwa 1000 faszinierenden Objekten stellt diese Ausstellung die
außerordentliche Qualität von Kunst und Kunsthandwerk der
Thraker vor. Sie präsentiert die prachtvollen Gold- und Silberschätze
dieser einzigartigen und zu Unrecht vergessenen Zivilisation in einem
umfassenden kulturellen Zusammenhang, der von der frühen Jungsteinzeit
(ab etwa 7000 v. Chr.) bis ins 2. Jahrhundert n. Chr. reicht.
Die
Thraker, eines der ältesten und größten indoeuropäischen
Völker, besiedelten Südosteuropa und Teile von Kleinasien.
Ihr Kernland ist das heutige Bulgarien. Ihre Kultur ist von Beginn
an geprägt durch regen kulturellen Austausch. Gelegen am Einfallstor
Europas, wurde ihr Land zur Zone sämtlicher bedeutender Zivilisationen
der Alten Welt. Ihre Kultur wuchs im Austausch mit den Griechen, den
Persern, den Skythen und anderen eurasischen Steppenvölkern,
den Kelten, den Römern und sogar mit dem ägyptischen Reich.
Zu sehen sind die spektakulärsten
Funde aus bulgarischen Museen, rituelle Gaben an die Götter und
Grabbeigaben von Königen und Fürsten, darunter die außerordentlichen
Goldschätze von Varna, Vălèitrăn, Panagjurite
und Rogozen. Ein besonderer Höhepunkt sind die erst vor wenigen
Jahren entdeckten Wandgemälde aus der Grabkammer von Aleksandrovo
aus dem 4. Jh. v. Chr., die für die Ausstellung rekonstruiert
wurden und zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt
werden.
aus der Filmreihe des SWR
'Schätze der Welt - Erben der Menschheit'
Die Kultur Thrakiens wird umfassend
präsentiert. Die Themen reichen von der orphischen Religion mit
ihren engen Kontaken zur griechischen Mythologie bis zur virtuosen
Metallbearbeitung der thrakischen Schmiede, von den reich ausgestatteten
Fürstengräbern bis zu jüngsten Erkenntnissen der Siedlungsarchäologie.
Einen besonderen Raum nimmt dabei das seit 20 Jahren andauernde, deutsch-bulgarische
Forschungsprojekt zur Siedlungskammer des Dorfes Drama im Südosten
Bulgariens ein, mit dem zahlreiche neue Einblicke in das Alltagsleben
der Menschen in Thrakien gegeben werden.
Die Präsentation des berühmten
Goldes der Thraker wird in dieser Ausstellung in einen gesamtkulturellen
Zusammenhang gestellt, der seinen Rang noch unterstreicht.
Die Konzeption der Ausstellung
wurde von den wichtigsten bulgarischen Forschern unter der Leitung
von Prof. Alexander Fol, dem Gründungsdirektor des Instituts
für Thrakologie, Sofia erarbeitet. Die Forschungen von Drama
wurden vom Direktor des Instituts für Vor- und Frühgeschichte
der Universität Saarbrücken, Prof. Jan Lichardus (†)
begonnen und unter der Leitung seines Nachfolgers Prof. Rudolf Echt
fortgeführt.