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DIE HETHITER - DAS VOLK
DER 1000 GÖTTER |
Die Hethiter
Das Volk der 1000 Götter
18. Januar bis 9. Juni 2002
Die Hethiter
Im 3. Jahrtausend v. Chr. besiedelten die Hattier Anatolien und
bildeten die Urbevölkerung. Mit ihr vermischten sich die Hethiter
als indogermanische Sprachträger, die gegen Ende des 3. Jahrtausend
v. Chr./Anfang des 2. Jahrtausend v. Chr. in dieses Gebiet einwanderten.
Unter weiteren nomadischen Einflüssen kristallisierte sich Mitte des
2. Jahrtausend v. Chr. das Großreich der Hethiter heraus, zu dem weite
Teile Anatoliens und zeitweise auch die nördliche Hälfte des heutigen
Syrien zählten. Die Herrscher Ägyptens und Babyloniens betrachteten
die Hethiter als gleichrangige Partner, mit denen sie sowohl diplomatische
Kontakte und Handelsbeziehungen unterhielten als auch Vormachtkämpfe
führten.
Ein einzigartiges Beispiel für dieses Spiel der Mächte ist die Schlacht
von Kadesch (1285 v. Chr.) und der nachfolgende Vertrag zwischen Ramses
II. und Hattusili III. Hierbei handelt es sich um den ältesten bekannten
Friedensvertrag der Welt, von dem unter anderem eine Kopie - als ein
Symbol für den Frieden - im UNO-Gebäude in New York zu sehen ist.
Mit dem Untergang des hethitischen Reiches Ende des 13. Jahrhunderts
v. Chr., gekennzeichnet durch die Zerstörung der städtischen Zentren
durch Brände und den Verlust unzähliger Schätze, verliert sich die
Spur dieser immer noch rätselhaften Kultur.
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Durch die Jahrhunderte verblasste die
Erinnerung an das Großreich der Hethiter. Schärfere Konturen erhielt
die hethitische Kultur erst wieder mit den Ausgrabungen türkischer
und deutscher Archäologen in unserem Jahrhundert: große Stadtanlagen,
beeindruckende Felsreliefs und über 30.000 Schrifttafeln aus den hethitischen
Palästen geben heute - neben seltenen Objekten - genaueren Aufschluss.
Als direkte Folge der unermüdlichen Forschungsarbeit wurde 1986 die
hethitische Hauptstadt Hattusa von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Hattusa, ca. 150 Kilometer östlich von Ankara gelegen, ist mit fast
zwei Quadratkilometern eine der größten antiken Stadtanlagen der Welt
- weit größer als beispielsweise Troia.
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Sphinxtor von Alacahüyük
Foto: Peter Oszvald
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Die Ausstellung
Erstmals außerhalb der Türkei präsentiert die Kunst- und Ausstellungshalle
in Bonn 160 außergewöhnliche Kultobjekte aus den archäologischen Museen
Anatoliens. Feingearbeitete Steinreliefs, Orthostaten - großformatige
Felsplatten mit Reliefgestaltung - ein eindrucksvolles Spektrum von
unterschiedlichsten Keramiken, aussagestarke Tontafeln und Siegel
sowie Bronzestatuetten und Goldschmiedearbeiten vermitteln einen beispiellosen
Einblick in die Kultur der Hethiter. Großformatige aktuelle Fotografien
der Ausgrabungsstätten, Architekturmodelle der Anlagen von Hattusa
und Kusakli (Sarissa) und zwei Abformungen von großformatigen Reliefs
aus dem Felsheiligtum Yazilikaya lassen die Schauplätze hethitischer
Kultur wiederaufleben.
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Das Quellheiligtum von Eflatun Pinar
Fotos: Peter Oszvald, © KAH
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Die Ausstellung
entführt den Besucher in die Welt der Hethiter, indem sie wichtige
Aspekte beleuchtet, wie z.B. bis heute nicht vollständig entschlüsselte
religiöse Vorstellungen und Rituale. Die Religion mit ihrer großen
Anzahl an Gottheiten, entstanden aus der Verschmelzung verschiedener
Traditionen, führte die Hethiter dazu, von "1000 Göttern" zu sprechen.
Die Ausdrucksformen von Staat und Gesellschaft, Kunst und Kultur,
sowie ihre historischen Voraussetzungen sind weitere Themen, die in
der Ausstellung anschaulich inszeniert werden.
Ein Informationsraum gibt den Besuchern die Möglichkeit, sich anhand
von umfassender Literatur über die Hochkulturen zur Zeit der Hethiter
zu informieren und kulturelle Zusammenhänge zu erkennen.
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Löwentor in Hattusa Bogazköy
Fotos: Peter Oszvald, © KAH |
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Zur Ausstellung
erscheint ein reich bebilderter Katalog mit ca. 400 Seiten, in dem
international renommierte Archäologen, Historiker und Sprachwissenschaftler
den neuesten Forschungsstand dokumentieren. Chronologien, aktuelle
Aufnahmen der Grabungen, aufwendiges Kartenmaterial und eine umfangreiche
Bibliographie machen den Katalog zu einem Standardwerk über die hethitische
Kultur.
Die Kunst- und Ausstellungshalle produziert einen eigenen Film über
die kulturellen Stätten der Hethiter, der in der Ausstellung zu sehen
ist.
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Hethitische
Hieroglyphen
in der Kammer II
(Hattusa)
Fotos: Peter Oszvald, © KAH |
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Rahmenprogramm
In einer wissenschaftlichen
Vortragsreihe gehen Experten den Phänomenen des fast 400-jährigen
Großreiches nach. Darüber hinaus finden Workshops
mit praktischen-bildnerischen Angeboten statt. Ein separates Programmheft
informiert über sämtliche Termine.
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"Kontroverse
um das spätbronzezeitliche Troia"
Unter diesem Stichpunkt finden Sie verschiedene Artikel - zusammengestellt
vom "Projekt Troia" der Universität Tübingen - , die sich
mit der Auseinandersetzung der beiden Wissenschaftler Prof. Dr. Frank
Kolb und Prof. Dr. Manfred Korfmann in den Medien beschäftigen.
In diesen Zusammenhang gehört auch der Aufsatz: "Wilusa (Wilios/Troia).
Zentrum eines hethitischen Gliedstaates in Nordwest-Kleinasien" von
Joachim Latacz , der Ihnen auf dem Server der Universität Tübingen
zur Verfügung steht. (Die Druckversion ist leider vergriffen.) |
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