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Gandhara – Das buddhistische Erbe Pakistans
Legenden, Klöster und Paradiese 9. April bis 10. August 2009 im Martin-Gropius-Bau, Berlin21. November 2008 bis 15. März 2009 in der Kunst- und Ausstellungshalle, Bonn Zur Ausstellung in Berlin
weitere Ausstellungsstationen: Die buddhistische Kunst Gandharas erscheint dem westlichen Blick seltsam vertraut, ihr westliches Erbe offenkundig. Gandhara bezeichnet eine historische Region im heutigen Pakistan und Afghanistan, die in ihrer Blütezeit von Baktrien über den Hindukusch bis in das zentrale Nordindien verlief. Sie wurde einer größeren Öffentlichkeit bekannt, als die in Fels gehauenen größten Buddhastatuen der Welt in Bamiyan von den Taliban im März 2001 gesprengt wurden. ![]() Liebespaar vor reich verziertem Blendportal | Butkara I, Swat 2. Hälfte 1. Jh. n. Chr., Grauer Schiefer Swat Museum, Saidu Sharif, Pakistan Der Buddhismus und ein Schmelztiegel der Kulturen ![]() An Pfeiler gelehnte geflügelte „Aphrodite“ | Sirkap, Taxila, 1. Jh. n. Chr. Gold repoussé | Nationalmuseum Pakistan Die Ausstellungsarchitektur ist einem für Gandhara typischen buddhistischen Klosterhof nachempfunden. Den zentralen Mittelpunkt bildet ein Stupa: Ein Monument, auf dem die spirituelle Entwicklung eines Buddha in 36 Reliefs dargestellt ist. Die Ausstellungsräume um den Stupa geben Einblick in die kulturellen Hintergründe und die Architektur von Gandhara. Architekturmotive Einer der faszinierendsten Aspekte der Gandhara-Kultur ist die Anwendung und Abwandlung von importierten architektonischen Motiven in einem neuen kulturellen und religiösen Umfeld. Eckpfeiler, Girlandenhalter, Konsolen und Kapitelle sind oft mit Figuren geschmückt oder gleich figurativ ausgeführt. Annähernd klassische und abgewandelte korinthische Pilaster und solche von indischen und sogenannten persepolitanischen Säulen strukturieren den Architekturdekor und werden zu Szenentrennern. Gesimse werden in vielfältiger Weise gestaltet. Bänder von Girlanden, mit und ohne Träger, und anderen pflanzlichen Motiven laufen um das Bauwerk. An späteren Monumenten finden sich dann auch Arkadenreihen. Religion und Luxus Ausgrabungen von Stadtgebieten, wie jene von Bhir Mound und Sirkap in Taxila und Barikot in Swat, belegen die weitreichenden Handelsbeziehungen Gandharas. Die in der Ausstellung gezeigten Luxusgüter spiegeln den ökonomischen und kulturellem Austausch besonders deutlich wieder. Dies gilt auch für die in Luxusobjekten wiedergegebene religiöse Symbolik. Viele Götter, viele Kulturen Auch wenn archäologische Funde vor allem dem Buddhismus zuzuordnen sind, war die Region Heimat vieler Gottheiten. Neben westlichen Motiven finden sich auch westliche Gottheiten, im Pantheon der Kushana-Herrscher überwiegen zoroastrische und brahmanische Gottheiten. Darüber hinaus wurden populäre Gottheiten, meist ambivalente Naturgenien, in die buddhistische Kunst integriert.
Kuratoren Projektleitung Pressesprecherin
Ein besonderes Highlight wird dem Besucher mit der Möglichkeit geboten, die zerstörten Buddhastatuen aus Bamiyan virtuell zu erkunden. Gemeinsam mit den Fachbereichen Informatik/Telekommunikation und Architektur der RWTH Aachen werden ganz neue Wege der Ausstellungspräsentation beschritten. Die zerstörten Buddhastatuen aus Bamiyan leben mittels modernster 3D-Rekonstruktion wieder auf. Seit mehreren Jahren bemühen sich internationale Experten um die dauerhafte Sicherung der verbliebenen Originalfragmente. Jetzt ist es gelungen, durch modernste Dokumentationstechniken die Geometrie des Denkmals mit einer speziellen Lasertechnologie zu erfassen. Die Messdaten werden in der Ausstellung in einer Stereoprojektion dreidimensional dargestellt und so für den Besucher mit Hilfe von speziellen Brillen in einzigartiger Weise sichtbar gemacht. ![]() Computerrekonstruktion der Klosteranlage Takht-i Bahi © RWTH Aachen In der Blüte der buddhistische Kultur Gandharas etablierten sich ausgedehnte Klosteranlagen auch in abgeschiedenen Regionen des Landes. Die Funktionsweise dieser Zentren sowie ihre funktionale Beziehung zu den umgebenden Landschaften ist bisher noch wenig erforscht. Für die Ausstellung wurde der Aufbau einer der am besten erhaltenen Klosteranlagen - das heutige Weltkulturerbe Takht-i Bahi in Nord-West Pakistan - analysiert und in einer Computeranimation nachkonstruiert. |
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