Vortrag im Forum Poussin, Lorrain, Watteau, Fragonard...
Französische Meisterwerke des 17. und 18. Jahrhunderts aus deutschen
Sammlungen David Mandrella
Der Vortrag führt in die Ausstellung anhand ausgewählter Beispiele
ein. Zudem wird die Entstehungsgeschichte der Ausstellung dargelegt.
David Mandrella begleitete Pierre Rosenberg (Kurator der Ausstellung, Mitglied
der Académie Francaise) bei der Recherche in über 60 Museen und
Schlössern.
Der Vortrag findet exklusiv für ArtCard-Inhaber statt und ist kostenfrei.
Teilnahme nur mit schriftliche Anmeldung unter paedagogik@kah-bonn.de
Fax:
0228/9171-244 oder per Postkarte
Vortrag in der Lounge Friedrich der Große als Sammler französischer Kunst Prof.
Dr. Thomas W. Gaehtgens, Paris
Friedrich der Große sammelte vor allem als Kronprinz herausragende
Werke des französischen Rokoko. Zeugnisse für diesen Umstand sind
die Werke von Watteau und dessen Schule, die sich in der Berliner Gemäldegalerie
und den Schlössern befinden. Thomas W. Gaehtgens wird in seinem Vortrag
die besondere Leidenschaft des Fürsten für diese Epoche der französischen
Malerei begründen. Er wird ferner aufzeigen, dass sich Friedrich als
König nach 1740 auch stärker der italienischen und holländischen
Malerei zuwandte.
Thomas W. Gaehtgens ist Direktor am Deutschen Forum für Kunstgeschichte,
Paris
Konzert im Forum "Je me souviens" (Georges Perec) Elise Caron: Gesang
Michael Riessler: Saxophon, Bassklarinette
Pierre Charial: Drehorgel
Michael Riessler ist Klarinettist, Saxophonist und Komponist irgendwo zwischen Neuer Musik, Folklore und Jazz und zählt zu Deutschlands innovativsten Musikern. Für dieses Konzert hat er nicht nur die Sängerin Elise Caron gewonnen, sondern zusätzlich noch einen Drehorgelspieler: Pierre Charial heißt der Mann, der den Kompositionen eine sehr eigenwillige Färbung gibt. Geboren 1943 in Lyon, studierte Charial am Lyoner Conservatoire. 1971 „entdeckte“ er die Drehorgel. Er spielt ein extra für ihn von André Odin gebautes Instrument. Die Lochkarten, mit denen seine Orgel gesteuert wird, stanzt Charial in seinem speziell eingerichteten Pariser Atelier. Er interpretiert Musik für mechanische Instrumente von klassischen Komponisten wie Haydn, Mozart und Händel sowie Werke zeitgenössischer Komponisten, darunter Transkriptionen von György Ligeti, für ihn geschriebene Kompositionen von Luciano Berio, Luc Ferrari und Iannis Xenakis. Wer den ehemaligen Fagottisten und sein ausgefallenes Instrument auf der Bühne erlebte, weiß, dass Charial seine faszinierende „Musikmaschine“ durch Feinheiten beim Stanzen der Lochkarten und vor allem wohldosiertes Kurbeldrehen höllisch zum Swingen bringen kann. Elise Caron ist Sängerin und Schauspielerin und tritt im Theater und in der Oper auf. Sie widmet sich der Interpretation von Lyrik, klassischer Musik, Jazz und Chansons.
Michael Riessler und Pierre Charial werden innerhalb der Ausstellung mehrere Kurzkonzerte (je ca. 30 Min.) geben. Der Ort wird rechtzeitig bekannt gegeben. Die Eintrittskarte zur Ausstellung gilt auch für den Besuch der Kurzkonzerte.
Die Termine: 26., 28., 29. und 30. März, jeweils 15 und 18 Uhr
Kino im Forum Ridicule. Von der Lächerlichkeit des Scheins
Frankreich 1996, 102 Min., Regie: Patrice Leconte, Darsteller: Fanny Ardant,
Jean Rocheford, Charles Berling u.a., deutsche Fassung von Katharina und
Hans Magnus Enzensberger
Geistreich funkelnde Komödie über die Dekadenz des Adels vor der
Französischen Revolution.
Versailles 1780, am Hofe Louis XVI., König von Frankreich. Der junge
Adlige Ponceludon will dort vorsprechen, weil er Hilfe für seine Bauern
sucht. Nur mit List und Tücke, Witz und Schlagfertigkeit wird er eine
Anhörung beim König erreichen. Einen Mentor findet er in dem Arzt
Bellegarde, dessen schöne Tochter Mathilde ihm ausnehmend gut gefällt.
Die Liebe kommt ins Spiel... Verliert Ponceludon dieses Machtspiel am Hofe,
so ist er für alle Zeit der Lächerlichkeit preisgegeben.
"Brillante Studie über das vorrevolutionäre Frankreich, zugleich
ein Essay über Mechanismen der Macht, die ihr Erscheinungsbild, nicht
aber ihre Prinzipien ändern. Einer der Pfeiler der schlüssig konstruierten
und perfekt durchkomponierten Inszenierung ist die Sprache, deren Beherrschung
in all ihrer Vielschichtigkeit und Doppeldeutigkeit Schlüssel zu allen
Kulturtechniken und Machtzirkeln ist." (Fischer Filmalmanach 1998).
Der deutschen Übersetzung der scharfsinnigen Dialoge gab Hans Magnus
Enzensberger ironischen Schliff.
Regisseur Patrice Leconte (Der Mann der Friseuse) zeichnet in seinem opulenten
Kostümfilm ein kritisches, hoch unterhaltsames Bild vom Intrigenspiel
am Hofe von Louis XVI. und präsentiert mit feinem Esprit eine ganze
Riege französischer Stars.
Vortrag in der Lounge Bilder kaufen in Paris
Gemäldeerwerbungen für den sächsischen Hof im 18. Jahrhundert Virginie Spenlé, Dresden
Die Dresdner Gemäldegalerie, die im 18. Jahrhundert unter August II. und seinem Nachfolger August III. entstand, verdankt ihren Ruhm den italienischen Historienbildern von Raffael, Correggio und Tizian. Etliche Hauptwerke der Sammlung stammen jedoch nicht aus Italien, sondern aus Frankreich. In der Tat waren August II. und August III. besonders auf dem Pariser Kunstmarkt aktiv. Doch mit welchen Strategien und nach welchen Kriterien erwarben sie ihre Bilder in Paris? Dabei beeinflussten auch die Ent-wicklungen des Pariser Kunstmarkts das Kaufverhalten. Diese ermöglichten es den sächsischen Herrschern, innerhalb kurzer Zeit beträchtliche Kunstkäufe zu tätigen..
Virginie Spenlé promoviert am internationalen Graduiertenkolleg „Institutionelle Ordnungen, Schrift und Symbole“ an der Technischen Universität Dresden..
Vortrag in der Lounge „Ich bin ebenso verrückt nach guten Bildern wie nach guten Büchern“
Markgräfin Karoline Luise von Baden und die
französischen Meister in ihrem Mahlerey Cabinett Dr. Dietmar Lüdke, Karlsruhe
Karoline Luise von Baden prägte das höfische Leben in der 1715 neu gegründeten Stadt und Residenz Karlsruhe der Markgrafschaft Baden durch ihr Engagement für die Geisteswissenschaften und das kulturelle Leben. Die Residenz entwickelte sich in dieser Zeit zu einem der geistigen und künstlerischen Zentren des Reiches. Zu ihren Gästen gehörten so bedeutende Zeitgenossen wie Voltaire, Herder, Lavater, Goethe, Klopstock und Wieland. Das „Mahlerey Cabinett“ und das Naturalienkabinett der Markgräfin bildeten den Grundstock für die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe und das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe.
Dietmar Lüdke ist Oberkonservator für alte Malerei bis 1800 an der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.
Kino im Forum La Planète Sauvage – Der wilde Planet
Science-Fiction-Zeichentrickfilm , Frankreich/CSSR 1973, 72 Min., Regie: René Laloux, Drehbuch: René Laloux, Roland Topor, französische Originalfassung mit englischen Untertiteln
Brillanter Science-Fiction-Zeichentrickfilm mit skurrilen Bildfolgen des französischen Meisters des schwarzen Humors, Roland Topor; eine klar aufgebaute politische Parabel.
Basierend auf der französischen Science-Fiction-Erzählung Oms en Serie (Oms im Dutzend) von Stefan Wul, erzählt René Laloux’ Zeichentrickfilm La Planète Sauvage die Geschichte der Oms und der Draags. Auf dem Planeten Ygam tobt ein grausamer Kampf zwischen den hochentwickelten Draags und den Oms, von der Erde verschleppten Menschen, die auf dem kulturellen Stand der Steinzeit stehen geblieben sind. Nur die Draag-Kinder werden mittels Computer unterrichtet, in dem alles Wissen gespeichert ist. Wir begleiten den Erzähler, einen Om namens Terr, vom Kind bis zum jungen Erwachsenen, der die Oms zur Revolte gegen ihre Unterdrücker führen wird. Die französisch-tschechische Koproduktion wurde zum damaligen Zeitpunkt als Kommentar zur Invasion der sowjetischen Truppen in der CSSR gesehen, und musste aufgrund politischen Drucks in Paris vollendet werden. Beachtenswert ist die Phantasie, die in die surreale Atmosphäre, die seltsamen Gestalten und Landschaften investiert wurde. La Planète Sauvage gewann den Spezial-Preis der Jury in Cannes 1973.
Annette Wehnert, Violine
Heike Johanna Lindner, Viola da gamba
Harald Hoeren, Cembalo
Unter der Regentschaft Ludwigs XIV. und seines Nachfolgers Ludwigs XV. erreichte das Musikleben einen außergewöhnlichen Höhepunkt. Musik war im neu erbauten Schloss Versailles nicht einfach nur Klangkulisse bei Festen und feierlichen Banketten, sondern diente der Repräsentation des Königs und wurde zu einem maßgeblichen Bestandteil des höfischen Zeremoniells. Neben der weltlichen Musik spielte auch die geistliche Musik eine wichtige Rolle: Sie sollte dazu beitragen, das „Gottesgnadentum“ als ein entscheidendes Element im absolutistischen Herrscherverständnis für jeden sichtbar und erfahrbar werden zu lassen. So zeichnete sich die Musik am französischen Hof ebenso durch die Qualität und Quantität der Musiker, die sich in einem aufwendigen Wettstreit qualifizieren mussten, wie durch eine Vielzahl unterschiedlicher Aufführungsarten, Musikrichtungen und -stile aus. Entscheidend für die Auswahl war der persönliche Musikgeschmack des jeweiligen Königs, seiner Berater und auch seiner aktuellen Mätressen.
Das Programm präsentiert Kompositionen einiger herausragender Protagonisten dieser vitalen Musikszene am französischen Königshof und dokumentiert den rasanten Wandel von der Barockmusik über die Musik des Rokoko bis hin zur Klassik, der sich im 17. und 18. Jahrhundert in Versailles vollzog.
TRIO 1790 widmet sich seit seiner Gründung im Jahre 1990 der Musik der Klassik, die es auf den Instrumenten ihrer Entstehungszeit vorträgt. Das Jahr 1790 markiert die zeitliche Mitte im Repertoire des Ensembles, das seinen Schwerpunkt in der Zeit zwischen den ersten Klaviertrios um 1760 und dem Ausklang der Wiener Klassik um 1820 hat. Neben einer regen Konzertätigkeit in Europa hat das Trio bereits eine Reihe von CDs eingespielt.
Les Triplettes de Belleville (Das große Rennen von Belleville)
Frankreich/Kanada/Belgien 2002, 81 Min., Regie: Sylvain Chomet, Musik: Ben Charest, FSK: ab 6
Ein wundervoll verrücktes und perfekt animiertes Zeichentrick-Meisterwerk, das mit einmalig skurrilen Figuren, herzerfrischendem Humor und einer preisgekrönten Filmmusik verzaubert. Unverwechselbar französisch, betrachtet Sylvain Chomet mit warmem Sarkasmus seine Landsleute im alten Europa, aber auch die konsumversessenen Vertreter der Neuen Welt, und stellt dabei ein mitreißendes Erzähltalent zur Schau. Nominiert für zwei Oscars.
In einem winzigen Häuschen neben dem Bahndamm lebt Champion bei seiner Großmutter, Madame Souza, die ihn adoptiert hat. Er ist ein einsamer kleiner Junge, und Madame Souza würde alles tun, um ihn fröhlich zu sehen. Als sie herausfindet, dass der Bub nirgends glücklicher ist als auf dem Fahrrad, startet sie mit ihm ein intensives Trainingsprogramm. Die Jahre vergehen, und Champion erweist sich seines Namens immer würdiger. Schließlich ist es soweit: er tritt an beim berühmtesten Fahrradrennen der Welt, der Tour de France.
Doch während der mühsamen Etappe durch die Berge wird Champion von zwei mysteriösen Männern in Schwarz entführt. Sie haben allerdings ihre Rechnung ohne die besorgte Oma gemacht, denn Madame Souza und ihr treuer Hund Bruno heften sich auf ihre Fersen. Die Odyssee führt sie auf einem Tretboot über den Ozean in die amerikanische Megalopolis Belleville. Dort schließen sie Bekanntschaft mit den berühmten Drillingsschwestern „Les Triplettes de Belleville“, drei exzentrischen Music-Hall Stars der 30-er Jahre. Dank Brunos ausgeprägtem Geruchssinn und der beherzten Hilfe der „Triplettes“ stößt Madame Souza bald auf Champions Spur. Doch um den Enkel zu befreien, muss sie sich mit einem mächtigen Gegner anlegen: Der französischen Mafia, die mit dem entführten Radprofi teuflische Pläne verfolgt... (Text: Concorde)